Geschichten


Roxy - Die Story (Thorsten Kleyboldt, 2003)
Roxy (Lydia Kleyboldt, 2004)
Amigo (Lydia Kleyboldt, 2005)

 

Roxy  (geschrieben von Lydia Kleyboldt 2004)

 Das erste Bild von Roxy (noch im Tierheim)

 

Der Wunsch einen Hund zu haben, ist fast schon so alt wie ich selbst.

Meine Eltern meinten aber mit Recht, daß die ganze Arbeit an ihnen hängen bleiben würde. Also bekam ich ein

Zwergkaninchen. Die Annahme meiner Eltern bestätigte sich und mein Vater machte den Stall sauber und

fütterte das Kaninchen. Ausserdem hatten wir immer einen Kanarienvogel, für den ebenfalls mein Vater zuständig war. Im Laufe der Zeit bekam meine Mutter eine Allergie gegen Hausstaub, Katzenhaare, ect, so das nach dem Ableben von Hansi und Mückelchen keine neuen Tiere angeschafft werden konnten.

 

Später, mittlerweile hatten wir angebaut, kam der Wunsch nach einem Hund wieder hoch. Meine Eltern waren leidenschaftliche Spaziergänger, wir wohnten zusammen in einem Haus mit Garten und verstanden uns prächtig. Nur meinte meine Mutter, an einen eigenen Hund könnte sie sich ja gewöhnen, aber wenn ihr andere Hund beim Spaziergang entgegen kommen würden, würde sie wahrscheinlich schneller laufen als ihr Hund vor lauter Angst.

Dann war da noch die Sache mit der Allergie.

 

Mein Mann und ich hatten unter uns mal darüber gesprochen, wenn wir können schaffen wir uns einen Hund an,

wobei mein Mann von einem Irish Wolfhound schwärmte, ich hingegen für einen kleineren Hund plädierte.

 

Leider erkrankte meine Mutter an Krebs und musste die ganze Palette, die die Krankheit zu bieten hat, von der

Erkennung bis zur Bettlägerigkeit, erdulden. Das zog sich über ca. 10 Jahre hin, damit war ein Hund indiskutabel

geworden. Drei Tage vor Weihnachten erlöste der Tod sie von ihren Qualen. Die Tage bis zur Beerdigung an

Heilig Abend waren sehr sehr still. Kein Pflegedienst kam, keiner rief mehr um Hilfe oder einfach um Gesellschaft. Den Verlust meiner Mutter kann ich nach wie vor nicht in Worte fassen, denn sie war für mich mehr als nur eine Mutter. Wir haben uns super verstanden, auch wenn wir uns schon mal kräftig streiten konnten. Das alles fehlt und niemand wird diese Lücke, die da für mich entstanden ist je wieder füllen!!! Beim Kaffeetrinken nach der Beerdigung hörte ich zum ersten Mal den Satz „Jetzt müsste ein Hund im Haus sein“!!!

 

Über Weihnachten wurde die Stille immer lauter. Wir waren zwar hier und dort eingeladen, aber jedes Mal beim heimkehren erschlug uns diese laute Stille. Es war als wäre die Zeit stehen geblieben, obwohl man irgendwie weitermachte. Man hatte zu nichts Lust. Mein Mann und ich überlegten, wie es wohl meinem Vater ergehen

würde, wenn wir nach Neujahr wieder arbeiten mussten. Er war immer für meine Mutter da und erst recht als sie so krank wurde. Zuerst waren es nur für Kleinigkeiten, die aber im letzten dreiviertel Jahr immer größer wurden, bis er eine 24-Stunden-Pflege leistete. Wir halfen ihm so gut es ging. Es war schlimm mit anzusehen, was diese Krankheit aus meiner lebensfrohen, fröhlichen und lustigen Mutter, die immer so gerne gelacht hat, gemacht hat.

 

Mein Mann kam auf die Idee, die Tierheime nach einem geeigneten Hund abzuklappern. Er wollte auch alleine fahren, damit ich nichts „schuld“ sei. Wir wollten meinem Vater nichts sagen, weil wir ahnten, das er abgelehnt hätte. Mein Mann fuhr also mit unseren Bekannten, Windhundbesitzer (2 Slouhgis), los und ich ging in der Zeit in die Stadt, um einige Dinge zu erledigen.

Als mein Mann zurück kam war mir klar, er hatte einen Hund gefunden, obwohl er sich nicht dahingehend äußerte. Aber er hatte Bilder gemacht und zeigte mir den Hund.

 

Nun Feuer und Flamme wollte ich auch ins Tierheim Koppelweide (Wiehl), um mir den Hund so schnell wie möglich anzusehen. Wir überlegten noch, ob wir meinen Vater einweihen sollten oder nicht. Leider konnten wir an diesem Tag nicht mehr fahren, weil es vom Himmel hoch schneite und ein Anruf im Tierheim bestätigte uns,

das es dort noch viel schlimmer schneite als bei uns. Ich telefonierte noch mit einigen Verwandten, weil ich mir meiner Sache doch nicht so sicher war, bekam von dort aber nur positive Resonanz. Meine Kusine und Familie ist selbst stolze Hundebesitzerin, obwohl auch sie früher nie einen Hund haben wollte (genau wie meine Eltern).

Da mein Vater mit Tieren großgeworden war und sehr tierlieb ist, gingen wir das Risiko ein, ihn nicht in unser

Vorhaben einzuweihen.

 

Der nächste Tag:

Ich konnte es kaum abwarten bis wir endlich losfuhren und versuchte noch andere Tierheime zu erreichen, um Vergleichsmöglichkeiten zu haben. Da ich keine Erfahrung mit Hunden hatte, wollte ich mir auch noch Tiere ansehen, die ich im Internet auf  Tierheimseiten gefunden hatte. Das Tierheim in Wipperfürth hatte geschlossen und im Tierheim Kürten wurden wir nicht gerade freundlich behandelt, nachdem wir unsere Situation geschildert hatten. Also fuhren wir weiter nach Wiehl. Dort angekommen zeigte mein Mann mir die Hündin, die er sich tags zuvor angesehen hatte. Naja, so im Zwinger konnte ich nicht allzuviel damit anfangen. Wir kümmerten uns um einen Spaziergang mit dieser Hündin, um zu sehen wie das alles so ist. Die Vermittlerin des Tierheims nahm uns mit in den Gang hinter den Zwingern und bat mich, die Tür zu schließen. Sie rief die Hündin: Roxy hieß sie. Mir wurde ganz anders.

Roxy kam dann auch sofort um die Ecke GESCHOSSEN. Hilfe, ist die aber groß und so quirlig!!!

 

Ich bekam Angst vor der eigenen Courage. Wenn ich bisher von einem Hund gesprochen hatte, habe ich immer an einen kleinen Westi oder so etwas gedacht. Roxy freute sich spazieren gehen zu dürfen. Sie explodierte fast vor lauter Temperament. Roxy zog meinen Mann über das Glatteis im Hof des Tierheim und ich dachte nur, na dann prost Mahlzeit!!! Ich hatte schon Schwierigkeiten mich ohne Hund an der Leine auf den Beinen zu halten.

Wir gingen fast eine Stunde mit ihr spazieren, das heißt sie zog fast die ganze Stunde meinen Mann durch die Wälder rund ums Tierheim. Ich lehnte es ab die Leine zu nehmen, weil ich auf diesem Glatteis keine zwei Schritte in der Lage gewesen wäre Roxy zu halten. Schlitternd und rutschend versuchte ich Schritt zu halten.

Wir unterhielten uns über das für und wider: ein schöner Hund, aber so groß meinte ich, ausserdem zieht sie so.

Die ist super und das Ziehen krieg ich schon in den Griff, meinte mein Mann. Ich rief zwischendurch ihren Namen und sie drehte sich um! Aha, ihren Namen kennt sie. Diesen Spaziergang werde ich nie vergessen. Es war schön einen Hund an der Leine zu haben, Roxy wurde mir sympathischer.

 

Wieder zurück im Tierheim unterhielten wir uns im Büro der Tierheimleitung über Roxy, schilderten auch hier unsere Situation und wägten das für und wider ab. Wir lernten dort in dem Büro einen ganz anderen Hund kennen. Absolut ruhig stand sie da, mit großen fragenden Augen. Unsicher was mit ihr passieren würde. Zum ersten Mal spürte ich das, was ich mir bisher nur vorstellen konnte und was andere Hundebesitzer geschildert haben. Es kam etwas rüber. Sie merkte das etwas anders war, als sonst. Wir erfuhren, das sie im September 99 in Alicante ins Tierheim kam und seit April 2000 in Wiehl im Tierheim saß. Roxy ist ein Podenco-Mix, ein Jagd-und Laufhund, der in Spanien zur Kaninchenjagd eingesetzt wird. Sie rührte sich immer noch nicht. Die Kabel des Computers schienen sie nicht zu interessieren, dafür aber umso mehr die Leckerchen, die sie von allen Seite bekam. Es war eine besondere Stimmung im Büro. Mir wurde abwechselnd heiß, kalt schwindelig vor Freude, ängstlich vor dem was mein Vater wohl sagen würde. Ich glaube, die Leute vom Tierheim hatten auch ein lachendes und ein weinendes Auge. Sie freuten sich für Roxy, aber sie würden sie wohl auch vermissen.

Nach einigem diskutieren entschlossen wir uns Roxy mitzunehmen. Ich konnte es nicht fassen! Wir haben einen Hund!!! ROXY!!!!!

 

  Das erste Bild in neuen Zuhause!

 

Zuhause war nichts vorbereitet. Vom Tierheim bekamen wir ein Starterpaket und dann fuhren wir zum FRESSNAPF, um alles nötige einzukaufen. Roxy verhielt sich ganz still, sie mochte offenbar autofahren. Zuerst ging mein Mann allein ins Geschäft und Roxy wurde plötzlich aufmerksam. Dann winkte mein Mann mich auch

rein. Aufgeregt suchten wir zusammen alle Dinge aus, die wir brauchten: Fressnäpfe, Körbchen, Leine, Futter, Spielzeug und Leckerchen. Zwischendurch schaute ich zum Auto und sah, das Roxy mittlerweile auf den vorderen Sitzen stand. Sie dachte wohl wir würden nicht zurück kommen. Bepackt kamen wir zum Auto zurück und wurden stürmisch begrüßt. Das war ein schönes Gefühl.

 

Bevor wir nach Hause fuhren, schauten wir noch bei unseren Freuden vorbei. Wir gingen nicht rein, sondern wollten nur Bescheid sagen, das Roxy im Auto war, da sie ja tags zuvor mitgefahren waren. Sie kamen raus ans Auto und waren begeistert und ein wenig ungläubig. Damit hatten sie nicht gerechnet. Sie schenkten uns ein Halsband und noch einiges an Futter und Leckerchen. Jetzt aber nichts wie nach Hause.

 

Ich war gespannt, wie sich Roxy verhalten würde. Zuerst im Keller wurde alles beschnüffelt, aber nichts runtergerissen oder kaputt gemacht. Dann der spannende Moment: mein Vater. Er saß nichtsahnend im Sessel und schaute fern. Plötzlich standen wir in der Tür. Er begrüßte Roxy als wäre es ganz normal, das wir mit Hund in der Tür standen, allerdings dacht er es sei ein Hund unserer Freunde. Wir klärten ihn auf und er meinte nach einem Wechselbad der Gefühle, na dann versuchen wir es. Gott sei Dank. Mein Mann blieb noch unten und erzählte meinem Vater die ganze Geschichte und bat ihn, Roxy Mittags für 10 Minuten raus zu lassen, um ihr Geschäft machen, denn wir mussten bald wieder arbeiten. Um mehr bräuchte er sich nicht zu kümmern, denn das würden wir nach Feierabend tun. Ich ging schon mal rauf, um Körbchen und Näpfe an ihre Plätze zu stellen. Ich opferte eine Kuscheldecke von mir, damit Roxy meinen Geruch kennen lernte. Dann kamen sie hoch! Es wurde wieder alles beschnüffelt, ganz vorsichtig. Es war richtig spannend. Sogar meine Krippe wurde nicht angeknabbert, sondern nur beschnüffelt. Allmählich kehrte ein bisschen Ruhe ein. Roxy bekam auch im Wohnzimmer eine Decke, die sie sofort annahm. Ein tolles Gefühl, es war wieder ein bisschen Leben im Haus.

 

Die erste Nacht war ziemlich unruhig. Roxy bekam ihr Nachtlager in der Küche im Körbchen zugewiesen und noch ein paar Leckerchen, dann gingen wir schlafen. Wir unterhielten uns noch ein bisschen über den ereignisreichen Tag. Ich war happy, nebenan lag ein Hund!!! Die Ruhe währte nicht lang. Roxy fing an zu wimmern und jaulen. Mein Mann stand auf und beruhigte sie. Nach einer Stunde das gleiche Spiel und ich stand auf. Wieder nach einer Stunde das selbe. Das wiederholte sich so lange, bis mein Mann auf die Idee kam, das Licht an zu lassen. Danach war Ruhe und wir konnten gegen Morgen alle noch ein bisschen schlafen. Wir liessen in den nächsten Nächten immer ein bisschen Licht und Roxy war beruhigt. Nach einer Eingewöhnungsphase war das dann aber auch nicht mehr nötig.

 

Die ersten Tage mit Roxy waren schön und spannend. Wir mussten unseren Tagesablauf umstellen und spazieren gehen. Für Antispaziergänger wie wir schon eine  krasse Umstellung, die wir für Roxy aber gern in Kauf nahmen. Wir mussten auch einigen Spott hinnehmen, weil wir früher nie zu Fuß irgendwo hin gegangen waren. Die erste Zeit ging ich nicht so häufig mit wegen Glatteis und seit meinem Bandscheibenvorfall habe ich noch ein kleines Problem im rechten Bein und hatte Angst hinzufallen. Ich wartete jedes Mal ungeduldig auf die Heimkehr von meinem Mann und Roxy. Es war auf einmal wieder gemütlicher. Es war wieder jemand da. Die Stille war nicht mehr so laut.

 

Die ersten Probleme kamen nach einigen Tagen. Roxy knurrte meinen Vater immer an, sobald er sich über die Treppe unserer Wohnung näherte. Wir gaben ihn den Rat energisch aufzutreten und ihr zu zeigen, das er das nicht duldet. Es änderte sich nicht. Er war verzweifelt, weil er dachte wir wären böse auf ihn, wenn es nicht klappen würde und Roxy zurück ins Tierheim müsste. Ich war traurig, weil ich meinem Vater wieder etwas Freude mit Roxy vermitteln wollte und keinen Stress. Er sollte nicht alleine sein und jemanden um sich haben, wenn wir arbeiten waren. Mein Mann meinte, er solle abwarten, es würde sich schon zurechtlaufen, aber er müsse dem Hund auch klarmachen, das er über ihr in der Rangordnung steht. Natürlich war das nicht so einfach, da mein Vater ebenso wie ich über keine Hundeerfahrung verfügten, im Gegensatz zu meinem Mann. Trotz dieser Sache ging mein Vater immer ca. eine Stunde mit Roxy spazieren, denn einmal draußen war es kein Problem mehr. Dann kam der Tag, an dem mein Vater beim Spaziergang von einer Frau auf den Hund angesprochen wurde. Ob sie ein spanischer Hund sei, fragte die Frau. Nach einigem erzählen, schilderte mein Vater die Situation zu Hause und bekam gesagt, er sei zu gutmütig (was durchaus zutrifft). Er solle schimpfen und mit dem Fuß auf die Erde treten, dann würde der Hund schon merken, das er nicht mehr knurren sollte, riet ihm die Frau. Diesen Ratschlag befolgte mein Vater, von da an knurrte Roxy nur noch ein- oder zweimal und alle waren zufrieden. Allen voran mein Vater.

 

Schnell kamen wir auch dahinter, das wir uns kleidungsmäßig umstellen mussten. Es mussten Treckingschuhe und wetterfeste Jacken her. Ich und querfeldein spazieren gehen. Das hätte meine Mutter erleben sollen, ich glaub ich hätte mir so manches anhören müssen. Von jetzt ab gingen wir abends zu Fuß in die Stadt, wenn wir Pizza essen wollten. Roxy nahmen wir von Anfang an mit. Wir wollten sie überall mit hinnehmen können. Das war gar nicht so leicht. Zu Hause kannte sie „sitz“, aber im Restaurant wollte sie sich einfach nicht setzen oder gar hinlegen. Sie blieb einfach stehen, war lieb und schaute uns mit riesigen Augen fast die Pizza vom Teller.

Auch in der Kneipe war sie nicht dazu zu bewegen sich hinzulegen. Es hat einigen Zeit gedauert bis wir dahinter kamen. Die Lederjacke meines Mannes fiel auf den Boden und Roxy legte sich drauf. Aha! Der Boden war ihr einfach zu kalt. Wir haben ihr dann eine Thermodecke gekauft, die uns heute überall hin begleitet und wir haben den liebsten Hund.

 

Auch schläft sie nicht mehr in der Küche. Sie hat auf ihrer Weise still und klammheimlich unser Bett erobert. Am Fußende liegt ein Bettlaken quer über dem Bett und da kuschelt sie sich jeden Abend ein.

 

Heute nach über 10 Monaten hat sich alles so eingespielt und alle sind glücklich und zufrieden.

In der Woche stehen wir gegen fünf  Uhr auf und Roxy geht mit meinem Mann zuerst Gassi. Dann trinken wir Kaffee, Roxy bekommt ihr Futter und wir gehen arbeiten. Mein Vater geht gegen 9:30 oder 10:00 Uhr ca. eine bis anderthalb Stunde spazieren. Roxy ist viel bei ihm unten, hält mit ihm Mittagschlaf oder sie schläft oben im Körbchen, in dem heute ein dickes Kissen die Decke aus der Anfangszeit abgelöst hat und mittlerweile haben sich zu dem Weidenkörbchen noch andere Körbchen und Decken gesellt. Roxy hat freie Auswahl, wo sie liegen möchte.

Im Sommer haben sich die beiden viel in Garten aufgehalten. Gegen 15:00 Uhr machen wir Feierabend und Roxy erwartet uns schon sehnsüchtig. Gegen 16:00 Uhr wird spazieren gegangen. Dann kann sie laufen und sich austoben, Vögelchen jagen und nach Mäusen buddeln. Dank der guten Erziehung meines Mannes sind wir in der glücklichen Lage, Roxy ableinen zu können.

Auch wenn ich einmal mit ihr allein gehen muß kann ich sie ableinen, weil sie super hört. Zwischendurch und vor dem Schlafengehen geht es dann noch mal Gassi. Manchmal treffen wir auf unserer großen Runde andere Hunde, mit denen Roxy laufen und spielen kann, wenn nicht gerade Mäuse interessanter sind.

 

Es ist schön einen Hund zu haben. Wenn man in diese treuen Augen schaut, vergisst man viele negativen Dinge, die einem Tag für Tag passieren können. Sie bringt mich auf andere Gedanken, wenn ich wegen meiner Mutter traurig bin. Ich muß spazieren gehen, was für meinen Rücken nur positiv ist. Mein Vater ist begeistert, wie sich Roxy entwickelt hat und würde nicht wieder hergeben. Er ist nicht allein und lernt auf seinen Spaziergängen Leute kennen, an denen er sonst vielleicht vorbeigegangen wäre, wenn er überhaupt spazieren gegangen wäre.

Roxy hat unser Leben bereichert und wir sind traurig, das meine Mutter sie nicht kennen gelernt hat. Wir sind der festen Überzeugung, sie wäre ebenfalls begeistert von ihr.

Ich möchte aber auch deutlich sagen, das niemand meine Mutter ersetzten kann, aber die Trauer um sie wurde uns durch Roxy etwas leichter gemacht. Ebenfalls bin ich davon überzeugt, das Roxy nicht unser letzter Hund ist und wir wünschen uns, das sie bei uns sehr, sehr alt werden wird. Sie hat in Spanien und im Tierheim nicht die Sonnenseite des Lebens kennen gelernt, aber wir hoffen, das sie diese bei uns hat.

 

Und wieder ist mehr als ein halbes Jahr vergangen, aber aus der Schwärmerei bezüglich Roxy kommen wir einfach nicht heraus. Jeden Tag bringt sie und irgendwie zum Lachen. Ich habe mich dazu entschlossen alles was mir einfällt aufzuschreiben, weil ich merke, das ich Kollegen und Freunden soviel zu erzählen habe und ihnen nicht auf die Nerven fallen möchte. Vielleicht findet ja jemand Gefallen an den Geschichten, die ich zu berichten habe und wenn nicht, dann ist es einfach zur Erinnerung für mich. Auf die Idee gekommen bin ich, als ich zum ersten Mal ein Posting in ein Forum schrieb. Es ging um das Tierheim Koppelweide in Wiehl aus dem wir Roxy zu uns genommen haben. Zum zweiten Mal schieb ich eine Antwort auf die Frage bezüglich Podencos und ich merkte wie ich ins schwärmen geriet.

In der Zeit seit Roxy bei uns ist, habe ich viel über Podencos, Erziehung von Podencos und ihre Situation in Spanien gelesen.

 

 

Im September 2002 haben die erste Erfahrung auf der Rennbahn gemacht.

 

Wir fuhren mit Bekannten hin, die zwei Sloughi-Hündinnen und eine spanische Mix-Hündin haben.

Als wir ankamen war noch nicht viel los. Wir ließen die Hunde in der Mitte der Rennbahn erst einmal ein bisschen laufen und spielen.

Auf der Rennbahn gab es an diesem Tag nur Rassehunde die trainierten. Whippets, Salukis, Sloughis ect. Roxy durfte eine Runde mit einer Sloughi-Hündin laufen. Ich hoffte, das sie sich benehmen würde.

Roxy konnte das Tempo der Sloughi-Hündin zwar nicht halten, da sie ca. 10cm kleiner war, lief aber die Runde zu Ende und nahm Shari auch nicht den „Hasen“ weg. Ich war stolz auf sie. Man konnte aber das Misstrauen oder die Skepsis der Rassehundbesitzer spüren. Manche waren auch neugierig und stellen Fragen.

Die Windhundbesitzer, die wir über unsere Freunde kenne gelernt haben und die Roxy kennen gelernt haben, sind sehr angetan von Roxy. Wir können sie zwar nicht ausstellen, wollen wir auch gar nicht, aber der Kontakt zu anderen Hunde und deren Herrchen ist uns sehr wichtig. Es ist ganz einfach schön, wenn man plötzlich von

5-6 Hunden umgeben ist und sich mit Hundebesitzern austauschen kann.

 

 

Im Oktober 2002 gab es ein Podenco-Treffen in Haan Rheinland, zu dem wir natürlich hinfuhren. Es war schon beeindruckend so viele Podencos und Podenco-Mixe auf einmal zu sehen. Die Hunde waren ausnahmslos lieb und verträglich. Keine Raufereien, keine Anmache nichts......! Alle verträglich, trotz das alle Hunde angeleint waren, man kann es nicht oft genug erzählen. Man konnte Erfahrungen austauschen, Tipps holen und geben, erfahren wie andere zu ihren Hunden gekommen sind und selber erzählen. Es gab viele schöne Dinge zu kaufen, deren Erlös dem Tierschutz zufloß. Der Spaziergang war klasse, plötzlich standen 5 Podencos auf der Wiese und buddelten nach Mäusen, einer tiefer als der andere. Man hat Adressen, Telefonnummer uns E-mail-Adressen ausgetauscht und wollte ein wenig Kontakt halten. 2003 wird es wieder ein Treffen geben zu dem wir wenn es geht auch hinfahren wollen.

Im November 2002 fuhren wir nach Solingen. Dort gibt es unter der Leitung von Birgit Fischer einen Podenco-Auslauf, der jeden Samstag Nachmittag auf dem Gelände einer Hundeschule stattfindet. Die Hunde können nach Herzenslust spielen und toben und Herrchen und Frauchen können bei Kaffee ein wenig plaudern. Viele können ihre Podencos nicht ableinen, deswegen finde ich es toll von Birgit, eine Möglichkeit gefunden zu haben, das die Hunde auch mal ohne Leine laufen und spielen können. Für uns war natürlich alles neu und wir kannten niemanden. Langsam kam man mit dem ein oder anderen ins Gespräch. Es war ziemlich matschig auf den Platz, da es vorher geregnet hatte und dementsprechend sahen auch die Hunde aus. Aber sie hatten ihren Spaß. Es gibt dort auch einen Agility-Parcour, den man natürlich auch ausprobieren konnte. Wir schossen ein paar Bilder und beim Abschied versprachen wir mal wieder zu kommen. Über die Homepage von Birgit kann man auch mit den anderen Teilnehmern des Podenco-Auslaufes in Kontakt bleiben, was ich auch toll finde.

 

Im Juni 2003 sollte wieder ein Podenco-Treffen in Haan Rheinland stattfinden. Im Vorfeld konnten man, wenn man wollte, Bilder von seinem Hund einschicken, weil ein Podenco-Kalender für 2004 gestaltet werden sollte.

Natürlich schickte ich Bilder ein und war ganz gespannt, ob sie Gefallen finden würden. Dann war es soweit, wir fuhren nach Haan. Wochenlang hatte ich mich darauf gefreut. Zuerst musste ich natürlich einkaufen. Ich wollte sehen, ob Roxy auf den Kalender ist und so einige Dinge, wie Kaffeepott, Kappe ect., wollten wir haben. Roxy war auf dem Kalender und das auch noch im Oktober, meinem Geburtsmonat. Selbstverständlich wurde der Kalender und die andern Sachen zuerst einmal gekauft. Dann wir uns um und trafen einige Leute, die wir beim letzten Treffen oder in Solingen schon kennen gelernt hatten. Es war schön sich wieder zu treffen und ein bisschen zu plaudern. Diesesmal  gab es ein lustiges Hunderennen. Es war eine knapp 50m lange Bahn abgeteilt und durch eine Lichtschranken an Anfang und am Ende wurde die Zeit genommen. Jemand musste den Hund am Start festhalten und das Herrchen sollte die Bahn entlang laufen und dabei den Hund rufen. Wenn Herrchen am Ziel angekommen war, wurde der Hund losgelassen und rannte, was das Zeug hielt (zumindest die meisten der Hunde), manchen liefen auch aussen vorbei. Mein Mann wollt Roxy auch laufen lassen, ich meinte aber, das sie überall hinlaufen würde, aber nicht die Bahn entlang. Wir versuchten es. Mein Mann lief die Bahn entlang und ich ließ Roxy absitzen, genau wie auf der Wiese, wenn wir sie laufen lassen. Als mein Mann angekommen war, gab ich ihr das Kommando „lauf“ und Roxy stochte los. Sie blieb auf der Bahn und lief sie knapp unter 5sec., genau wissen wir die Zeit leider nicht. Der Sieger in ihrer Größen- und Altersklasse lief 4,7sec. Sie hat zwar nicht gewonnen, wir waren aber trotzdem stolz auf sie, weil sie gut gelaufen ist.

 

Auch 2004 fand dieses Podenco-Treffen statt. Natürlich fuhren wir wieder hin und dieses Mal fuhren auch unsere Nachbarn mit ihrem Podenco Bruto mit. Es war ein wunderschöner Sonnentag im Juni. Wieder wurde erst mal eingekauft, natürlich auch ein Kalender für 2005, auf dem Roxy wieder zu sehen ist und dieses Mal im Juli, dem Geburtstmonat meines Mannes (welch ein Zufall). Es ist immer wieder schön dorthin zu fahren und die Leute und Hunde wiederzutreffen. Dieses Jahr gab es auch einen Freilauf, in dem die Hunde richtig Spaß hatten. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.

 

Wir waren 2004 auch in Offenbach. Dort wurde das erste Podenco-Treffen veranstaltet. Ebenfalls mit Freilauf und einem spaßigen Hunderennen. Nach Hoym zum Pocdenco-Treffen sind wir dann nicht mehr gefahren, obwohl wir uns das vorgenommen hatten, aber wir hatten kurz zuvor eine andere Fahrt ... nach Stuttgart.

Der zweite Hund zog ein!!!!!!! AMIGO!!!

 

 

 

     Zwei der jüngsten Bilder!    

 

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